Yoga Nidra meets KRAFTVOLLEN DYNAMISCHEN YOGA
Da war schon lange eine
Vision, begleitet von einem zaghaften „ich könnte“, einem überzeugten „ich möchte“
und einem zurückhaltenden „soll ich es wagen“, flankiert von dem Gedanken „Ein
Retreat organisieren und dann meldet sich keiner an.“ Ich habe mal wieder einen Impuls von Außen
benötigt um mein Ziel umzusetzen. Zwei meiner Yogakursteilnehmerinnen stupsten
mich an und meinten „Hey, so ein Yogawochenende wäre mal was.“ Also das ließ
ich mir dann nun wirklich nicht zweimal sagen – Die ORGA lief an und was sollte
denn schon passieren, auch wenn sich kaum einer anmeldet? Dann habe ich halt
etwas Zeit in was organisiert, woran mein Herz hängt, das dann aber wohl nicht
sein sollte.
Zurückhaltend wie ich
bin, habe ich optimistisch und dennoch realistisch mit ca. 6 Teilnehmern gerechnet.
In einem Hotel bin ich gleich mal abgeblitzt nachdem die hörten, ich organisiere
das zum ersten Mal und hoffe das 6 Teilnehmer zustande kommen. Gut, vielleicht
hätte ich etwas überzeugter von mir auftreten sollen, aber das ist nicht meine
Art.
Nach intensiver Suche
bei Mr. Google habe ich dann doch noch ein sehr schönes gut bürgerliches Hotel
mit Yogaraum gefunden. Nach ersten Telefonaten mit der sehr sympathisch
wirkenden Hotelchefin war für mich klar „Das isses“.
Relativ schnell hatten
sich dann die angestrebten 6 Teilnehmer angemeldet und es wurden immer mehr, so
dass ich immer Zimmer nachbestellen musste. Irgendwann hab ich mal gefragt, „Wie
viele Zimmer habt ihr denn eigentlich?“. Letztendlich wurden es 13 Teilnehmer, die mit mir zu meinem / unserem 1. Yoga-Retreat aufbrachen.
Nachdem wir freitags zum
Mittagessen ankamen, sind wir im Anschluss gut gestärkt zu einer Wanderung zur
Wieskirche (UNESCO-Kulturerbe) aufgebrochen. Am ersten Schild vorbeikommend
waren es 4,5 km und am zweiten Schild vorbeikommend waren es dann 5,2 km. Hm,
große Fragezeichen machten sich in unseren Gesichtern breit. Nicht wirklich
nachvollziehend dieser Logik setzen wir unseren Fußmarsch fort. An diesem
Freitag war das Wetter leider etwas suboptimal, zwischendurch mussten wir auch
die Regenschirme heraus graben. Aber nach der 1 ½ stündigen Autofahrt tat dieser
Fußmarsch und die Luft ganz gut.
Die Wieskirche –
Wallfahrtskirche im Rokoko-Stil zum Gegeißelten Heiland auf der Wies -war sehr beeindruckend.
Die Frage machte sich breit, warum man so eine prachtvolle Kirche in so einer
einsamen Gegend erbaut? Warum und wieso lest ihr hier http://www.wieskirche.de/frameset.htm
. Weitere Werke des genialen Baumeisters Dominikus Zimmermann kann man auch
in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Günzburg, bestaunen. Die Frauenkirche
wurde ebenfalls von ihm erbaut.
Nach unserem gut 10 km
langem (man weiß es nicht so ganz genau *grins*) Fußmarsch sind wir etwas
zeitverzögert auf unserer Yogamatte zur 1. Yogasequenz gelandet. Nach einer
kurzen Vorstellrunde sind wir in ein sehr entschleunigtes Üben übergegangen.
Retreat bedeutet schließlich Rückzug, so wollten wir uns auch ein wenig
zurückziehen und mit einem intensiven Work-In starten. Da das Thema unseres
Retreats unter dem Fokus „Loslassen“ stand, haben wir uns erst mal darauf
eingestimmt. Keine Jahreszeit verbindet sich besser als der Herbst mit der
Erfahrung des Loslassens. Die Natur macht es uns vor – sie zieht sich zurück.
Ein wichtiger Prozess für einen Neubeginn. Während unserer Yoga-Nidra-Reise wurde
dann erstmal der Rucksack ausgepackt, denn oftmals schleppen wir ganz schön
viel mit uns rum das auf unseren Schultern lastet. Selbstverständlich haben wir
uns aber auch etwas bewegt in dieser Yogasequenz. Das Dehnen war nach unserer
Wanderung Balsam für den Körper. Tönen und Mantras durften auch nicht fehlen.
Nach unserem Yoga
wartete erstmal leckeres Essen auf uns. Es gab Rehbraten – ja und damit das dann
auch mal geklärt wäre, in unserer Gruppe war kein einziger Vegetarier, geschweige
denn Veganer. Das Hotel wäre aber selbstverständlich auf vegetarische Küche
eingestellt gewesen. Ich glaube, die waren eher verwundert, als sie fragten wie
viele denn vegetarisch essen möchten und keiner „HIER“ schrie.
Der Samstag begann um
7.00 Uhr mit einer halbstündigen Meditation zu der sich immerhin 8 Frühaufsteher
einfanden. Um 7.30 Uhr starteten wir dann mit kraftvollem dynamischem Yoga. In
einer Meditation über den Stein – ich bin wunderbar inspiriert von meiner
Yogalehrerin Anna Röcker, der ich sehr viel zu verdanken habe – gab es die
Anregung was Schweres loszulassen. Als Erinnerung bekamen dann alle einen Stein
von mir.
Nach dem Frühstück
fuhren wir auf das Hörnle in Bad Kohlgrub. War ganz schön schattig da oben und
etwas Schnee lag auch. Mich fasziniert in den Bergen immer die klare Luft die
ich dann auch mit jedem Atemzug sehr genieße. Ein wunderbaren Ausblick und
Weitblick vom Berggipfel war uns ebenfalls vergonnt.
Abends auf der Matte
kamen wir bei unserem Yoga-Nidra, das ist im Übrigen eine wunderbare
Tiefenentspannung aus der Psychoneuroimmunologie, mit unseren Chakren in Verbindung.
Der Sonntag startete um
7.30 Uhr mit einer Herz-Chakra Meditation nach Karunesh. Schön, bei einer
solchen bewegten Meditation in die entspannten glücklichen Gesichter zu
blicken. Im Anschluss an das Yoga üben durfte jeder noch eine Karte ziehen. Interessanterweise
konnte doch jeder was mit dem Spruch auf seiner Karte und sich selbst in Verbindung
bringen und vielleicht war oder ist es für den ein oder anderen auch ein Impuls
für die Zukunft.
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Das war meine Karte :-) |
Ich bin der festen Überzeugung,
dass alles was man wissen muss, in einem selbst verankert ist. Hin und wieder
verlernen wir nur die Kommunikation mit unserem Selbst. Wir werden vom Außen zu
sehr abgelenkt. Daher ist es extrem wichtig die Polaritäten auszugleichen, das
heißt die Aktivität und das zur Ruhe kommen muss im gleichen Verhältnis stehen.
Wir brauchen die Balance. Da ich auch ein paar Yoganeulinge dabei hatte, hoffe
ich sehr, dass ich ihnen einen Einblick in die Vielfältigkeit des gesamten Yogaspektrums
bieten konnte. Als ich zu Beginn des Yoga-Retreats die Teilnehmer fragte, was
für sie Yoga sei, antwortete eine Teilnehmerin „Yoga kann alles sein, Kaffee
trinken, Zähne putzen, spazieren gehen….“ und JA, sie hat sowas von Recht, denn
alles bewusste TUN, das dich ein Stückchen mehr mit dir selbst in Berührung
bringt ist Yoga.
Nachdem wir am Sonntag dann
noch in Genuss des Leonardiritts direkt vor der Hotelhaustüre kamen, sind wir
noch an den Hopfensee gefahren. Wir sind zur Burgruine hoch gewandert und genossen
von dort aus einen wunderbaren Blick über den Hopfensee und die Umgebung. Eine
besondere Stimmung zauberte das Mantra „Ich lasse los und bin“. Interessant, wie
andere Menschen plötzlich inne halten und sich von der Stimmung um sich herum
anstecken lassen.
Jeder von uns strahlt etwas in die Welt aus und wir sollten
positive glücksverheißende Aspekte unserer Persönlichkeit aktivieren und diese
als kleines Licht in die Welt schicken und wenn sich viele davon anstecken
lassen, kann aus einem kleinen Licht ein ganz großes Licht werden.
In diesem Sinne meine
Lieben
wird es im Frühsommer
wieder ein Retreat geben
In Dankbarkeit
Namaste
Namaste
Bettina