Dienstag, 27. September 2016

MTC bei Dr. Ronald Steiner

MTC (Modular Therapy Course) – AYInnovationEinführung in Philosophie, Tradition, Praxis und Unterrichten von innovativem Ashtanga Yoga mit Dr. Ronald Steiner am 17./18.09.16


Fasziniert von Ashtanga Yoga war für mich klar, dass ich hierüber mehr erfahren möchte und deswegen habe ich mich bereits schon vor einem Jahr zum Seminar „Einführung in Philosophie, Tradition und Praxis von Ashtanga Yoga“ angemeldet.

Wer, wenn nicht Dr. Ronald Steiner, sollte das Thema besser vermitteln können? Ist er doch der Experte auf diesem Gebiet. Und was für ein Geschenk den Experten vor Ort zu haben.

Also zunächst für alle, die mit dem Begriff Ashtanga nicht allzu viel anfangen können, lasst euch sagen, Ashtanga-Yoga ist kein Kuschelyoga. Ashtanga Yoga ist ein sehr kraftvolles dynamisches Yoga, das dich definitiv ins Spüren deines Körpers bringt.



Sri K. Pattabhi Jois entwickelte im südindischen Mysore den Ashtanga-Yoga, der sich auf den 8-gliedrigen Pfad von Patanjali bezieht. Sri K. Pattabhi Jois lebte von 1915 – 2009. Er wurde 94 Jahre alt. Sein Lehrer Sri Tirumalai Krishnamacharya lebte von 1888 – 1989 und wurde sogar 101 Jahre alt. Also wenn das erreichte Alter der beiden Herren kein zusätzlicher Grund ist Yoga zu üben, dann weiß ich auch nicht?

Zum Beginn einer jeden Ashtanga-Praxis singt man das Opening-Mantra. Ich kannte das Mantra zwar bereits und hab es auch immer fleißig mit gechantet, war mir aber bis zum Seminar nicht der gesamten Bedeutung bewusst. Wenn ich was nicht verstehe, verlasse ich mich auf mein Gefühl. Ist mein Gefühl gut, vertraue ich darauf. Ronald hat uns ganz wunderbar Zeile für Zeile erklärt, so dass das Mantra nun eine noch tiefere Bedeutung für mich bekommen hat.

Ich finde, es ist auch eine weitere wunderbare Vorstellung, dass überall auf dieser Welt unzählige Yoginis und Yogis sich mit dieser in etwa 3.000 Jahre alten Tradition verbinden und so in ein gemeinsames Energiefeld eintreten.

Beim Ashtanga Yoga gibt es eine essenzielle Dreiheit:
Vinyasa - Der Atem, der dich verbindet, lässt eine Art Meditation in der Bewegung entstehen
Drsti – Du richtest deinen Blick aus und nimmst deine Sinne zurück
Bandha – Über Bandha baust du eine Brücke zwischen Pranayama und Pratyahara und kannst so deine Energie lenken


Worum geht es denn nun beim Üben von Yoga?

Es geht darum, deine Essenz zu entdecken, deine wahre Natur und dein wahres Selbst zu erkennen! In all dem Alltagstrubel und den beruflichen und privaten Herausforderungen stellst du früher oder später mal fest, „Du bist nicht dein Beruf“ oder „Du bist nicht nur die Mutter/der Vater oder die Hausfrau“. Du weißt und spürst, dass da mehr ist und findest über Yoga einen Zugang zu dir selbst. Aus dem Suchen wird ein Finden! Habe Vertrauen in diese jahrtausend alte Lehre, die dich beim Finden unterstützt.

Dr. Ronald Steiner hat den Ashtanga Yoga modifiziert. Das Ergebnis ist die AYInnovation®Methode:
„Traditionelles Ashtanga
begegnet progressiver Wissenschaft  
für eine achtsame Ausrichtung auf das Lebendige“
(nach Dr. Ronald Steiner)

Wir Menschen sind individuell. Wir können zwar alle das Gleiche tun, der Output wird dennoch bei jedem anders sein, da wir unterschiedliche Konstitutionen vorweisen.
Ronald ließ uns an vielen wissenschaftlichen Aspekten teilhaben und dann gibt es auch noch ganz einfache Gründe die für Ashtanga-Yoga sprechen. 

Hier sind einige davon:
  • Schwitzen reinigt den Körper und du schwitzt bei Ashtanga-Yoga auf jeden Fall
  •  Ein Muskel der gesund bleiben will muss anspannen – Ashtanga ist dynamisch und kraftvoll
  • Das Herz-Kreislauf-System braucht Training und Dynamik
  • Durch das tiefe Atmen wird der Körper von Kohlendioxid gereinigt. Der Körper scheidet Schlacken aus, die ins Blut übergehen. Keine Angst, beim Toilettengang werden diese Schlacken ausgeschieden.
  • Ashtanga-Yoga ist ein effektives Faszientraining


 Noch eine Aussage von Ronald, die mir sehr gut gefiel:
„Der Yoga muss sich weiterentwickeln, wir dürfen aber nie dessen Wurzeln vergessen.“

Yoga muss aber nicht unbedingt nur das sein, was auf der Matte passiert. In den Zustand des Yoga kannst du auch beim Plätzchen backen kommen, nämlich dann, wenn du ganz versunken bist in das was du tust. Oder z. B. beim Unkraut jäten, Socken stricken, Rasenmähen oder beim Fußball spielen. Yoga kann ALLES sein.

Am Ashtanga-Yoga mag ich die vertrauensvolle Struktur und das dynamische und kraftvolle Üben das mich ins Schwitzen und auch an meine Grenzen bringt. Für vertiefende Erkenntnisse empfehle ich Dir ein MTC bei Dr. Ronald Steiner.

Ich bin sehr dankbar, so viele Inspirationen für meine Praxis in diesem Seminar bekommen zu haben – auch wenn ich keine ausschließliche Ashtanga-Yogini bin. Du erinnerst dich, Yoga kann ALLES sein.

Namaste
Bettina


Donnerstag, 21. Juli 2016

Hilfe, wo ist all die Kreativität abgeblieben?

Normalerweise sprühst du vor kreativen Ideen, hast immer geniale Einfälle und strotzt vor Energie und nun hast du dich ins kreativlose Sommerloch verlaufen  und denkst „Mein Gott, wo geht es hier bloß wieder raus“. Ich kann dich beruhigen, dort wo der Eingang ist, geht es bekanntlich auch wieder raus.

Gerade im Berufsalltag werden vor der Sommerpause noch verschiedene Projekte zum Abschluss gebracht, man möchte vor dem Urlaub noch das ein oder andere abarbeiten. Mit Kindern jagt man von einem Sommerfest zum anderen und als Yogalehrer/in laufen so langsam die Kurse vor der Sommerpause aus. Du hast echt viel um die Ohren und durch all diese Herausforderungen ist dann aber irgendwann mal die Luft raus. Der ganze Stress zehrt an dir. Du sehnst dich nach Ruhe und auch danach, mal wieder die Seele baumeln zu lassen.


„Kreativität ist die Quelle der Persönlichkeit. Aus ihr dringt die Ader des Glücks ans Licht.“ (Wilma Eudenbach)


Dann ist es endlich soweit, der Urlaub steht vor der Tür. Du kannst Chillen, die Seele baumeln lassen und denkst bei so viel Ruhe erreichen dich bestimmt viele neue Ideen, Inspirationen und neue Impulse. Dein kreativer Notizblock liegt bereit. Und was ist, du stellst fest, dein Kopf ist leer – NIENTE – da ist NICHTS. Du wunderst dich, denn in dem ganzen Dauerbeschäftigungsmodus strotzt du vor genialen Ideen und so während der Ruhephase fällt dir so gar nichts Originelles ein. Was ist nur los mit dir? Warum funktioniert es nicht mehr, wenn du zur Ruhe kommst?

Diese Ruhephase ist aber extrem wichtig. Während dieses NICHTS DENKEN MÜSSEN, NICHTS ZU WOLLEN und NICHTS ZU SOLLEN, hängst du wie ein Akku an der Ladestation. Du hängst am Netz und bist irgendwie doch abgeschottet. Also mein Handy muckt da auch manchmal und möchte in Ruhe gelassen werden. Gönne dir diese Ruhephase, diese kreative Auszeit bei der dein Kreativdepot ganz unscheinbar befüllt wird.

In meinen Augen ist es extrem wichtig, tatsächlich einfach mal nur die Seele baumeln zu lassen, ohne etwas zu erwarten. Die Blumen zu bestaunen ohne darüber nachzudenken, wie die Blume riecht und ob sie ggf. besser riecht, als die Blume rechts oder links neben ihr, sondern sie einfach riechen zu lassen.



„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“Albert Einstein


Schöpfe so Kraft und Energie, spüre und fühle nur, nimm an was gerade ist, denke nichts, aber träume, knüpfe an deine Sehnsucht an und sei achtsam was sich dir zeigt. Sei offen, neugierig, mutig – auch mal das NICHTS anzunehmen, lege alle Erwartungen ab. Wir werden nun mal nicht täglich erleuchtet. Da gibt es vielleicht eine Weisheit in dir, die zu reifen beginnt ohne an ein Wissen geknüpft zu sein. Hört sich abgefahren an – und abgefahren ist gut, besser als nur ganz nett, denn nett ist der kleine Kumpel von langweilig.

Irgendwann zeigt sich vielleicht auch mal Angst, da die genialen Ideen ausbleiben, aber habe Vertrauen – alles ist da und du wirst es zur rechten Zeit am rechten Ort abrufen können.

Wenn dein Akku wieder aufgeladen ist, du bereit bist, vertiefend aber ohne Erwartung deine Wahrnehmungskanäle zu öffnen, dann tue das. Lasse dazu den Vers 1.35. des Yoga-Sutras „Indem wir untersuchen, welche Rolle die Sinne in unserem Leben spielen, können wir Stabilität und Ausrichtung in unserem Geist erlangen.“ (aus Über Freiheit und Meditation, T. K. V. Desikachar) auf dich wirken.
  
Namaste
Bettina

Sonntag, 17. April 2016

Glück bedeutet, Gedanken mit dem Herzen fühlen


Wir leben in einer schnelllebigen Welt. Was noch heute aktuell war ist morgen schon wieder out. Gerade im Hinblick auf schlimme Ereignisse wie z. B. Terroranschläge in Paris, Brüssel oder Istanbul, nehmen diese Nachrichten zwar kurzzeitig viel Raum ein, werden dann aber auch relativ schnell im Gedächtnis der Einzelnen verdrängt oder durch neue Sensationsmeldungen abgelöst. So ist das Leben und es geht eben auch weiter.

Früher wurde das Telefon öfters mal noch benutzt um sich mit Freunden auszutauschen. Heute hat das Handy mit seinen ganzen Social Media Kanälen das klassische Telefon mehr oder weniger abgelöst. Noch vor ein paar Jahren 
z. B. stand das Telefon an Geburtstagen nicht still, heutzutage gibt es nur noch Whats app oder Facebook-Nachrichten. Geht ja auch schneller. Ich ertapp mich auch oft selbst, so zu denken und frag mich, empfinde nur ich das so oder geht es anderen ähnlich?



Überhaupt erschreckt doch die ganze Oberflächlichkeit. Geht es wirklich nur darum, was ich Atemberaubendes in meiner Freizeit erlebe und wann kommt man in dem ganzen Dauerbeschäftigungsmodus überhaupt noch mit sich Selbst in Kontakt? Viele kommen schon allein aus dem Grund nicht mit sich selbst in Kontakt da sie nur allzu beschäftigt mit Anderen sind. Der Nachbar, der sich wieder ein neues schickes Auto gekauft hat, die Freundin, die sich mal wieder einen tollen Urlaub leistet …. Mal ganz ehrlich, interessiert das wirklich? Ist es etwas Materielles das uns glücklich macht?

Wohl eher kaum. Wirkliches Glück bedeutet, wenn wir unsere Gedanken mit dem Herzen fühlen. Der Feinfühligkeit kann allerdings eine erschreckende Intensität anhaften, die schmerzen kann – im Herzen. Wenn Menschen mal wieder auf unseren Gefühlen spazieren gehen oder sogar unachtsam darauf herumtrampeln. Was weißt du schon was X fühlt oder Y empfindet? Interessiert das auf dieser Welt denn auch überhaupt jemanden?

Wie schön wäre die Vision von einer Welt in Frieden und Harmonie. Warum nur kann es die nicht geben. Es könnte so einfach sein!



Namaste
Bettina


Sonntag, 17. Januar 2016

Yoga ist BEWEGTER, BEWUSSTER und BEGEISTERTER leben

BEWEGTER, BEWUSSTER und BEGEISTERTER leben - Mein LEBENSMOTTO


Diese drei Adjektive können auch DEIN LEBEN bereichern. 

Werde vom Phlegmatiker zum bewegten und bewussten Begeisterungsjunkie. 

All diese drei Eigenschaften verbinde ich mit Yoga. Schon bevor ich der totale Yoga-Fan wurde, waren diese drei Schlagwörter, geprägt durch meine Ausbildung zum Mentalcoach und die neue Gehirnforschung, mein Lebenscredo. Dazu muss man auch wissen, ich bin großer Fan von Prof. Dr. Gerald Hüther, von dem auch der schöne Satz stammt "Begeisterung ist Dünger fürs Gehirn". 

Immer wieder auf der Yogamatte komme ich mit diesen drei Adjektiven in Berührung. 



BEWEGT spüre ich ganz klar und deutlich meinen Körper. Ich liebe es, auf der Yogamatte meine Muskeln auf eine kleine Herausforderung einzuladen und ganz klar und deutlich meinen Körper zu spüren. Das hat schon einen gewissen Charme. Einigen Menschen geht es doch so, dass sie ihren Körper erst wieder ganz deutlich spüren, wenn dieser "AUA" schreit. In einem unermüdlichen Tätigkeitstaumel - der Alltag ist ja auch so schrecklich vollgepackt - sind wir uns doch kaum unseres Körpers BEWUSST.

Vielleicht hast du ja schon mal beobachtet, wenn du z. B. in der Arbeit in einem Projekt vertieft bist und die Zeit drängt, dass du deinem Atem Beachtung schenkst? Vermutlich nicht! Dafür ist ja auch gar keine Zeit. Wir atmen flach, meist im oberen Brustkorbbereich und vertrauen diesem wunderbaren Automatismus. ATEM ist die größte Ressource, die uns in unserem Leben zur Verfügung steht. Stellt euch nur mal 1 Minuten ohne zu Atmen vor (Apnoetaucher ausgeschlossen :-)). Im Yoga genieße ich es, bis tief in den Bauch zu atmen. Gut, dass die Natur gut vorgesorgt hat und uns in stressigen Momenten tief durchatmen lässt. 

Um BEWUSST mit dem Körper in Berührung zu kommen, ist für mich Yoga und Yoga Nidra (eine wunderbare Tiefenentspannung - der schlaflose Schlaf) eine geniale Methode. Außerdem den Atem zu beobachten und die Gedanken zu beobachten. Durch Yoga habe ich definitiv mehr Bewusstheit erlangt. Ich musste schmunzeln, als mir mal eine Yogateilnehmerin bei einem Yoga to go (meinem persönlichen Yoga in der Natur) mitteilte, dass sie hier schon soooo oft war, aber noch nie die schöne Natur so bewusst wie heute wahrgenommen hat. Um bewusst alles Schöne um dich herum wahrzunehmen und zu genießen, brauchst du aber nicht unbedingt ein Yogi zu sein.

Du kannst auch 
  • eine schöne Tasse Kaffee bewusst genießen (ich liebe Kaffee), 
  • in der Natur ALLES bewusst wahrnehmen – z. B. im Frühjahr, wenn alles erwacht und zu neuem Leben erblüht. Natürlich geht das auch jetzt im Winter – Schneeflocken bewusst auf der Haut wahrnehmen usw.  
  •  ... und, und, und.... Es gibt unzählige Möglichkeiten.

Wie ist es jetzt noch zu schaffen, BEGEISTERT durchs Leben zu gehen? Habe einfach richtig Spaß am Leben. Wir sind oft genug miesepetrig drauf, weil das Wetter schlecht ist, weil der Partner/oder die Partnerin nicht das tut was wir uns vorstellen, weil immer nur uns das passiert, weil wir immer noch damit beschäftigt sind auf das große Glück zu warten.... Klar, läuft nicht immer alles rund im Leben. Aber sich immer wieder für das kleine Glück zu begeistern, das uns alltäglich begegnet, das bereichert das LEBEN doch ungemein. 

Na, konnte ich DICH begeistern, mehr Bewegung (da schüttet der Körper übrigens Glückshormone aus - du kannst walken, joggen, skaten, skifahren, Yoga praktizieren....) und mehr Bewusstheit in deinen Alltag zu integrieren? Wann hast du das letzte mal bewusst im Freien tief durchgeatmet? 

Habt eine bewegte, bewusste und begeisterte Zeit

Mich begeistert heute zum Beispiel, dass ich in der Meditation eine neue Erkenntnis für mich erlangt habe.

Namaste

Bettina



Montag, 30. November 2015

SATYA

Mit den Yama’s, der ersten Stufe des achtgliedrigen Yogaweges nach Patanjali, definiert man die Haltung gegenüber anderen bzw. unserer Umgebung. Wie wir uns unserer Umwelt gegenüber verhalten, hängt von unserem sozialen und kulturellen Hintergrund, unserem Charakter, unserer Wertevorstellung, unseren frühkindlichen Glaubenssätzen und unseren religiösen Vorstellungen ab. In unserem Geist ist ein Konstrukt hinterlegt, das uns auf eine gewisse Weise ticken lässt und zwar jeden einzelnen Menschen ganz individuell. Und je nachdem wie wir ticken, agieren wir mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen. 


SATYA ist das zweite der fünf Yama’s und wörtlich mit Wahrheit zu übersetzen. Diesem Yama gerecht zu werden, ist nicht ganz einfach, denn die Wahrheit ist nicht immer ganz unproblematisch. Nehmen wir mal an, eine gute Freundin zeigt dir ihr neues Kleid. Sie ist selbst total verzückt. Du selbst findest, dass das Kleid eher sehr bescheiden aussieht und nun frägt sie dich nach deiner Meinung. Bingo! Dir bleiben zwei Optionen: Die Wahrheit sagen und die Freundin verletzen oder doch zu einer kleinen Notlüge greifen und gegen deine eigene Wahrheit zu handeln? Ist das yogisch?

In unserer äußeren Welt werden wir so oft mit dem Gegenteil von SATYA konfrontiert. Die Werbung gaukelt einem das Blaue vom Himmel vor, im Business geht der ein oder andere Kollege oder auch die Kollegin den Weg der rücksichtslosen Nichtwahrheit nur um selbst weiterzukommen oder denken wir mal an die Politik – würden die Politiker sagen was sie denken, würde sie wahrscheinlich keiner mehr wählen.

Aber nicht nur in der äußeren Welt sondern auch in unserer inneren Welt werden wir mit dem Gegenteil von der Wahrheit konfrontiert. Wie oft gaukeln wir uns selbst was vor, nur weil wir z. B. Angst vor Veränderung haben. Wir finden unser inneres Dilemma selbst toll, nur um nichts ändern zu müssen. Wir lügen uns selbst an. Aus Bequemlichkeit! Aus Angst! Manchmal müssen wir auch erst lernen, die Wahrheit auszusprechen, die sich in unserem Inneren versteckt hält. Zuerst musst du dieses innere Juwel selbst erkennen und dann musst du dich trauen, es der Welt zu präsentieren. Nicht einfach – aber wahrhaftig.

Wie kann ich nun dieses Yama üben?

Ich übe mich im Nicht-Werten und im Nicht-Vergleichen. Gar nicht so einfach, wenn ich z. B. als alleinige eine andere Meinung habe wie ein ganzes Rudel das einem Alphamännchen folgt. Es benötigt eine ordentliche Portion Mut, nicht mit der Herde mit zu trampeln sondern seinem Herzen zu folgen, auch wenn diesen Weg noch keiner geht.

Wähle eine bedachte achtsame Ausdrucksform. In deinen Gedanken richte deinen Fokus auf das Gute. Übe dich darin negative Gedanken in gute zu transformieren.

Viel Erfolg und Spaß mit der Wahrheit und nichts als der Wahrheit.

Namaste, Ihr Lieben
Bettina


Quellennachweis:
Desikachar, T. K. V., (2014) Über Freiheit und Meditation

Freitag, 9. Oktober 2015

Sind YOGA und SOCIAL MEDIA überhaupt kompatibel?

Als begeisterte Vollblut-Yogini ist die Frage, ob Yoga und die ganzen Social Media – Kanäle, wie Facebook und Instagram, überhaupt kompatibel sind, vollkommen legitim?!


Im Yoga heißt es, du sollst ganz bei dir selbst sein – du lässt dich vom Superverbiegungsyogi auf der Nachbarmatte nicht beeinflussen. Nein, du bist ganz bei dir – riskierst aber doch so einen klitzekleinen Begutachterblick zum Nachbaryogi, der z. B. in Uttanasana seine gesamten Handflächen am Boden parkt, während du mühevoll mit den Fingern den Boden ansteuerst. Und das macht ja dann was mit dir! Der Nachbaryogi kann es und du – ja du kannst es mal wieder nicht!!! Ja, so sind wir – wir messen uns oft an anderen oder vergleichen.
Ich rede mir in meinen Yogastunden den Mund franslig, um meinen Teilnehmern immer wieder eine gewisse Gleichmut zu vermitteln. Dieses immer etwas besser können wie andere, geht einem ja auch irgendwie gehörig auf den Zeiger.
Ist es nicht auch in der Arbeitswelt so? Immer besser, schneller, höher, weiter….Sehnt sich da nicht alles in dir, endlich mal zu genügen und einfach nur zu SEIN?
Sind wir mal ehrlich, es wird immer welche geben, die was besser können und dann gibt es aber auch geringere und DU bist eben DU. Ist doch toll – finde ich jedenfalls J.
Aber wie will ich bitte Santosha, die Zufriedenheit, kultivieren, wenn ich im Netz durch die verschiedenen Kanäle zappe und ständig limitierte Super-Yogis (diesen köstlichen Begriff hab ich übrigens aus Instagram) in den abenteuerlichsten Yoga-Haltungen sehe? Bin ich denn ein guter Yogi, wenn ich da nicht mithalten kann? Zu mir sagte mal jemand „Ah, sie machen Yoga – aber sind im Yoga nicht alle ganz zart und schlank?“ Ich konterte mit einem Lächeln „Ja und ich bin die Ausnahme“ :-). 
Beim rüden Umgangston in den Kommentaren auf Facebook frag ich mich ebenfalls oft, ist das yogisch?
Ich bin ja selbst eine, die gerne durch das Netz zappt und auch in Facebook und Instagram vertreten ist. Allerdings hab ich beobachtet, dass das auch was mit mir macht. Obwohl ich von meinen Yogaschülern oft gespiegelt bekomme, dass ich tolle Yogastunden gebe, stellt sich mir öfters die Frage „Bin ich genug?“ Ich muss mir unbedingt nochmals den oben fett markierten Satz durchlesen ;-).
Außerdem, hey, wieviel wertvolle Zeit investieren wir denn täglich in die verschiedensten App‘s? Hier kann es sinnvoll sein, sich das mal bewusst zu machen. Am besten schreibst du dir mal eine Woche lang auf, wie viele Stunden du täglich im Internet zugebracht hast. Meist fällt dir dann schnell selbst auf, dass ganz viel wertvolle Zeit yogischer genutzt werden könnte.

Selbstverständlich erhältst du im Netz auch viele verschiedene Anregungen. Ja, es ist richtig und wichtig „DEIN DING zu machen“, dennoch sind viele wertvolle Beiträge im Netz die deinen Wissensstand bereichern. Wobei Yoga für mich keinesfalls eine Anhäufung von Wissen darstellt, sondern als ein spiritueller Entwicklungsweg angesehen wird. Du merkst gleich, ob ein Yogalehrer alles auswendig gelernt hat oder ob er das was er sagt auch denkt und fühlt.
So wie ich ins Nachdenken gekommen bin, soll dieser Beitrag auch dich ins Nachdenken bringen und bedenke, es gibt kein richtig und kein falsch
Habt es fein :-)

Namaste
Bettina 

Donnerstag, 10. September 2015

NUR EINMAL ASHTANGA BITTE – und wie dann doch eine Leidenschaft daraus wurde

Ashtanga-Yoga assoziierte ich immer mit schlanken, schönen und jungen Yoginis und Yogis, die sich in atemberaubende Positionen hieven. Diese Vorstellung suggerieren einem schließlich auch die sozialen Medien, wie z. B. Facebook oder Instagram. Ich wollte es genau wissen und hab mich entschlossen einen Ashtanga-Yoga-Kurs zu besuchen. Nur einmal wollte ich es ausprobiert haben, auch wenn ich nicht dem Idealbild eines Ashtanga-Yogis entsprach. Ich weiß nicht, was mich da so magisch anzog, war es, weil ich mir selbst was beweisen wollte, war es, weil ich neugierig war….? Nachdem meine Lieblingsyogalehrerin in Ulm keine Kurse mehr gab, war ich eh auf der Suche nach dem Kurs bzw. der Lehrerin oder dem Lehrer für mich.



In Ulm gibt es schließlich auch den Ashtanga-Yoga-Lehrer schlechthin. Im Vorfeld habe ich genau das, was ich mit Ashtanga-Yoga verband, auch von einigen zu hören bekommen. Denn nicht wenige schauten mich mit großen Augen an und sagten „Was, du gehst zum Ashtanga-Yoga zu Dr. Ronald Steiner?“. Irgendwie wurde mir dann schon etwas mulmig, aber ich dachte mir, das ziehst du jetzt mutig durch. Schließlich ist Ron Steiner auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut und der Kurs hieß schließlich Ashtanga Yoga Innovation – Basic. Dummerweise erschien genau in der Woche als der Kurs begann die Zeitschrift Yoga Aktuell, in der Ron mit dem Bein hinterm Kopf posierte. Na toll dachte ich, das kann ja heiter werden.

Aber ich hab mich an der Basic-Bezeichnung festgehalten, Basic ist machbar, dachte ich und da wird man schließlich nicht gleich einen Handstand machen müssen oder das Bein hinter den Kopf klemmen müssen. Musste ich auch nicht. :-) Mit gemischten Gefühlen bin ich dann im Februar diesen Jahres zu meiner ersten Ashtanga-Yoga-Stunde marschiert. Ich war erleichtert, dass hier nicht nur genormte Menschen übten. Der erste Eindruck der Yoga-Schule war durchweg positiv. Mir gefiel, wie man mit relativ einfachen Mitteln Räumlichkeiten stilvoll einrichten kann. Dann habe ich auch noch einen sehr sympathischen Ronald Steiner kennen lernen dürfen, der tatsächlich auch nur aus Fleisch und Blut ist.

Zu Beginn der Stunde trifft man sich im Kreis sitzend und spricht über das Thema der Stunde sowie die fundamentalen Grundsätze des Übens. Völlig neu für mich war das gemeinsame Ashtanga-Mantra-Singen als Opening noch vor dem Üben. Normalerweise bin ich etwas kritisch, etwas zu singen, was ich nicht verstehe, aber ich verließ mich auf mein Gefühl und es fühlte sich gut an, also hab ich mal vertrauensvoll mitgesungen. Außerdem findet man auf der Homepage der Yogaschule http://de.ashtangayoga.info/quelltexte/mantra/ashtanga-yoga-mantra/ eine Übersetzung zum Mantra. Authentischer finde ich nach wie vor Mantras in der Muttersprache – da kommt vielleicht noch mehr in jeder einzelnen Zelle an.

Die Übungspraxis ist sehr dynamisch und kraftvoll, was mir sehr gut gefällt. Zugegebenermaßen war ich das erste Mal schon ganz schön fertig und mein Körper hat sich der einen oder anderen Muskeln erinnert. Aber das hat ja auch was, wenn man sich spürt, das fühlt sich so wunderbar lebendig an. Ich hab die ersten Male schon auch als Grenzerfahrung wahrgenommen. Mittlerweile komme ich aber bei dieser Übungsserie in den Flow, so dass sich alles verschmolzen anfühlt. Bewegung und Atem – alles in Harmonie. Ein weiterer Pluspunkt vom Ashtanga ist, wenn dir eine Haltung nicht ganz so sympathisch ist, hast du das Glück, dass du das Asana nur 5 Atemzüge hältst. Immer im Wechselspiel mit Dynamik und Statik.

Ich wollte Ashtanga nur einmal ausprobieren und hab dann regelrecht meine Begeisterung dafür entdeckt. Mir gefällt das Ritualhafte und die Beständigkeit. Schließlich lernen wir aus der Wiederholung. Ziel war, Bakasana hinzubekommen. Und Yeahhh - Ich kann mich mittlerweile kurz in Bakasana halten – Ziel sind jetzt die 5 Atemzüge (5 Atemzüge sind in meinem Atemrhythmus etwa 1 Minute). Meine Leidenschaft für Ashtanga wurde geweckt und Ashtanga ist ein Yogastil den ich nicht mehr wissen möchte. Hast auch DU Ashtanga schon mal ausprobiert? Nein - dann solltest du es unbedingt mal ausprobieren. 

Namaste
Bettina